Der Kiebitz (Vanellus Vanellus)

 

Der Kiebitz war einst die am häufigsten vorkommende Limikolenart in ganz Europa.

Heute steht er auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten. Auch im Naturshutzgebiet "Große Wiese" ist das jauchzende Kiwitt,kiuwitt und der rasante Balzflug dieser schönen Vogelart nur noch von wenigen Paaren zu hören und zu sehen. Geradezu halsbrecherisch muten die Balzflüge des Kiebitzmännchens an, wenn es steil aufsteigt um dann im Sturzflug in Richtung Boden herab zu stürzen. Kurz über dem Boden setzt er dann die Flugschau im Zickzackkurs fort, wobei ein wummendes Flügelgeräusch zu hören ist.

Aus der Ferne wirkt das Federkleid schwarzweiß, scheint jedoch die Sonne auf das Gefieder, schillern Rückengefieder und die Flügeldecken in den Farben Schwarz, Goldgrün und Kupferrot.

Die heute intensive Bewirtschaftung der Wiesen, mit immer schwereren Landmaschinen und vor allem die Gülleaufbringung engt den Lebensraum für Kiebitze immer mehr ein, so dass wir diesen hübschen Vogel bald ganz vermissen werden.

 

 

 

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

Der Kiebitz, sein Gefieder leuchtet in der Sonne

© Franz Thiesbrummel

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

Der Steinkauz (Athene noctua)

 

Der Steinkauz ist ins Naturschutzgebiet "Große Wiese" zurückgekehrt.

Eigentlich sind Eulen nachaktiv und so sind uns ihre Lebensgewohnheiten weitgehend verborgen. Beim Steinkauz, er ist übrigens unsere kleinste Eulenart, ist es ein wenig anders. Besonders in der Brutzeit trifft man ihn in der Nähe seines Brutplatzes auch am Tage, denn er beobachtet aufmerksam das Geschehen im näheren Umfeld. Immer wenn er eine vermeintliche Gefahr erkennt, warnt er das brütende Weibchen mit einem lauten Ruf. Und gleich darauf fliegt er ein paar Bäume weiter und äugt aus sicherer Entfernung herüber und beobachtet den Störenfried.

Der Steinkauz lebt übrigens in Einehe und ist seiner Partnerin ein Leben lang treu. Das gilt auch für einen einmal besetzten geeigneten Brutplatz. Findet er genügend Nahrung für seine Familie im Umfeld, so wird der Brutplatz über lange Zeit beibehalten. Dieser wird oft in hohlen Kopfweiden angelegt, in Feldscheunen, nicht mehr genutzten Schornsteinen und natürlich auch in künstlichen Brutröhren, die von Naturschützern angeboten werden. Die Balzzeit beginnt recht früh im Jahr, meistens schon im März oder Anfang April. In dieser Zeit zeigt sich der Kauz sehr ruffreudig.

Seine Stimme ist dabei sehr wandlungsfähig. Oft ist man überrascht wenn man den Urheber schließlich entdeckt hat. Hauptanteil der Balzrufe ist jedoch ein wohltönender langsamer Trillerruf. Die Eiablage beginnt Ende April Anfang Mai, die Brutdauer beträgt 28 Tage.

Der Steinkauz , unsere kleinste Eulenart

 ©  Manfred Aulbur

 

 Der Gimpel, auch Dompfaff genannt (Pyrrhula pyrrhula)

 

Er ist der vielseitigste, samenverzehrende Singvogel.

Bisher sind 138 verschiedene Pflanzenarten nachgewiesen, deren Samen vom Dompfaff verzehrt werden. Zu dieser Jahreszeit gehören Beeren verschiedener Sträucher und Bäume zur Hautnahrung.

Der breite, kegelförmige schwarze Schnabel des Finkenvogels hat scharfe Kanten und eignet sich besonders gut zum Zerquetschen der Beeren und Samen. Neben dem Eisvogel gehört er zu den farbenprächtigsten Brutvögeln im Naturschutzgebiet „Große Wiese“.

Beim Männchen sind die Unterseite und Wangen leuchtend rot, die Kopfplatte tiefschwarz und der Bürzel schneeweiß. Beim Weibchen ist die Unterseite bräunlich gefärbt. Der Ruf ist ein weiches melancholisches „djü“ oder „wüp“. Sein Gesang ist eher leise und besteht aus knarrenden und gequetschten Tönen, enthält aber immer auch den charakteristischen Flötenruf „djü“.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Ein Gimpel,auch Dompfaff genannt.

 ©  Heinz Mertineit

 Der gebänderte Pinselkäfer (Trichius fasciatus)

 

 

Die Welt der Insekten ist von einer großen Vielfalt geprägt. Insekten bilden die artenreichste Gruppe an Organismen und  machen etwa 70 Prozent aller Tierarten in Deutschland aus. Zu den Insekten gehören zum Beispiel Schmetterlinge, Heuschrecken, Libellen, Bienen, Wespen, Ameisen, Käfer, Wanzen, Blattläuse und Fliegen Sie kommen nahezu in allen Ökosystemen vor. Doch Langzeitstudien belegen seit längerem eine starke Abnahme bei uns in Deutschland. Besonders deutlich belegte dieses eine Studie des Entomologischen Vereins Krefeld im Jahre 2017. Sie offenbarte, dass in 63 untersuchten Schutzgebieten die Insektenmasse seit dem Jahre 1989 um mehr als 75 Prozent zurückgegangen ist. Auch außerhalb von besonders geschützten Landschaften ging die Artenzahl um 78 Prozent zurück. Auch die Roten Listen belegen diese Entwicklung.

Doch es gibt auch Gewinner des Klimawandels. So entdeckten Mitglieder des Naturschhutzteams eine Käferart in der heimischen Natur, die bisher im Raum Gütersloh nicht vorgekommen ist, nämlich den gebänderten Pinselkäfer. Man kann ihn bei der Nahrungsaufnahme an den Blüten von Disteln, Flockenblumen, Wilden Möhren und Brombeeren entdecken. Auch in Gärten findet er sich gelegentlich ein und nascht dort gern an Rosenblüten,

 

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Ein gebänderter Pinselkäfer

 ©  Franz Thiesbrummel

 

Der Wanderfalke (Falco peregrinus)

 

Unser Foto zeigt den Kopf eines flüggen Jungfalken, der im Brutkasten am Windkraftturm an der Gütersloher Autobahnraststätte geschlüpft ist.

Wenn tagaktive Vögel, so dominierende Augen haben wie dieser junge Wanderfalke, kann man ermessen, welche Bedeutung sie für seine Lebensweise haben. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Falken achtmal besser sehen können als wir Menschen.

Das zeitliche Auflösungsvermögen, d.h. wieviel Bilder sie pro Sekunde sehen können, übertrifft das von uns Menschen bei weitem . Die Sehzellendichte ist achtmal höher als bei uns Menschen. Das Falkenauge deckt einen Sehbereich von bis zu 150° ab.

Davon überschneiden sich die Gesichtswinkel auf 35° bis 50°, sozusagen Weitwinkel- und Teleobjektiv in einem, zwischen denen das Gehirn hin- und herschalten kann, sofern nicht sogar das Ferne und das Weite gleichzeitig wahrgenommen werden kann.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 junger Wanderfalke, im Sturzflug erreichen sie eine Geschwindigkeit bis zu 320 km/h

 ©  Franz Thiesbrummel

 

 

 Der Graureiher (Ardea cinerea)

 

Nicht überall ist dieser majestätische Schreitvogel beliebt.

Über kaum einen anderen Vogel sind die Akten bei verschiedenen Behörden so angewachsen wie beim Graureiher. Selbst Gerichte hat er schon beschäftigt, nachdem Fischzüchter mit Schadenersatzforderungen an den Staat herantraten. Tatsächlich kann er auch bei Teichbesitzern erheblichen Schaden anrichten. Er hat es aber auch schwer, denn die Nahrungssituation ist in den letzten Jahrzehnten für diese Reiherart immer schlechter geworden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft findet er in den Wiesen nur noch wenig Nahrung und an den Angelteichen wird ihm das Fischen mit verschiedenen Methoden verleidet.

Im Naturschutzgebiet „Große Wiese“ wurden jedoch Nahrungsteiche verschiedener Größe geschaffen. Hier lässt sich beobachten wie er oft stundenlang wie eine Statue auf einem Fleck steht. Wenn er hungrig wird, bewegt er sich im Zeitlupentempo über eine Wiese oder durchs flache Wasser. Sobald ein passendes Tier in seine Reichweite kommt, stößt er mit seinem langen spitzen Schnabel zu.

Sei es Frosch, Maus, Maulwurf, Fisch oder Libelle, er erfasst sie mit den beiden Schnabelhälften oder spießt sie mit der Schnabelspitze auf. Für beide Fangarten ist der dolchartige Schnabel maßgeschneidert. Das gilt auch für den langen Hals zum Vorschnellen und sein scharfes Auge zu Erspähen eines Fisches im trüben Wasser.

 

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 ein Graureiher   

 ©  Heinz Mertineit

 

Der Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

 

Er zählt zu den noch am häufigsten vorkommenden Singvogelarten im Naturschutzgebiet.

Schon im zeitigen Frühjahr kommt er aus dem Winterquartier zurück und oft ist seine Stimme schon Anfang März zu hören. In der Regel kommen die Männchen etwa 5 bis 8 Tage vor den Weibchen zurück und besetzen singend das Revier. Sein Gesang ist eine bescheidene Strophe, die ihm angeboren ist. Sie hat ihm seinen Namen Zilpzalp gegeben. Unermüdlich singt er die monotonen Folgen, die wie „zilp zalp...“, oder „fzi fzü...“ zu übersetzen sind. Er ist ein unscheinbarer, kleiner Vogel und neben dem Zaunkönig gehört er zu den kleinsten Vogelarten des Gebietes.

bald nach der Rückkehr beginnt das Weibchen allein mit dem Nestbau. Es wird oft in Bodennähe angelegt und zwar mit Nistmaterial aus der nächsten Umgebung, so dass ein gut getarnter Bau entsteht. Das fertige Nest ist nur schwer zu entdecken und meist erkennt man nur bei genauem Hinsehen, das dunkle Einschlupfloch des kugeligen Backofennestes. Nur das Weibchen bebrütet die 5 bis 7 Eier und sorgt auch ganz allein für die Versorgung und Aufzucht der Jungen. Während der Brut- und Aufzuchtzeit der Jungen singt das Männchen lediglich in der Nähe des Nestes und hält so konkurrierende Artgenossen fern. Erst kurz vor dem Flüggewerden beteiligt sich auch das Männchen an der Versorgung der Jungen. Die Nahrung des besteht aus kleinen Insekten und Spinnen.

 

 

 

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

Der Zilp-Zalp, auch Weidenlaubsänger genannt, ist eine Art innerhalb der Grasmückenartigen. 

© Heinz-Dieter Knepper  

 

Die Mönchsgrasmücke ( Sylvia atricapilla )

 

Im Garten, direkt vor meinem Küchenfenster, singt in jedem Frühjahr auf herrliche Art und Weise eine Mönchsgrasmücke. 

Ihr flötender Gesang erinnert an das wunderbare Flöten einer Amsel. Ihr Gesang beginnt mit einem leisen, schwätzenden Vorgesang und geht dann in ein melodisches lautes Flöten über. Der häufigste Ruf ist ein kurzes, hartes "täk", es innert an das Zusammenschlagen von 2 Kieselsteinen.

Den Namen gibt diesem Singvogel der schwarze Scheitel, der an die Kopfbedeckung eines Mönches erinnert. Das Weibchen und die Jungvögel haben dagegen eine braune Kappe. Mit ihrem sonst schlicht grauen, unauffälligen Gefieder bleibt die Mönchsgrasmücke im Gebüsch sonst unentdeckt. Bei uns in Deutschland gehört sie zu den vierthäufigsten Vogelarten und ist damit häufiger als der Spatz. Nach Schätzung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten gibt es derzeit bis zu 6,15 Millionen Brutpaare dieses Singvogels in Deutschland. Ein Grund für die Bestandszunahme scheint in der flexiblen Nahrungsversorgung dieser kleinen Vögel zu liegen. Denn neben Insekten aller Art, deren Larven und Spinnen, ernähren sie sich auch von Beeren von über 60 verschiedenen Straucharten. 

Mönchsgrasmücken gehören auch zu den Blütenbesuchern und ernten mit der Zunge zum Beispiel gern blühende Pflaumenbäume und Weiden ab. Ein weiterer Grund für die zunehmenden Bestände der Mönchsgrasmücke liegt in ihrem Zugverhalten. Während ein Teil den Winter in Spanien verbringt, zieht ein immer größer werdender Teil, vor allem aus Süddeutschland und Östereich nach England. Sie profitieren dort von der Vogelliebe und der enorm verbreiteten Vogelfütterung der Engländer. Außerdem ist der Zugweg dann deutlich kürzer und spart viel Energie.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Mönchsgrasmücke , ein Männchen an Efeubeeren     

 ©  Heinz-Dieter Knepper

 

 

 

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

 

Der Zaunkönig kommt im Naturschutzgebiet als Brutvogel sehr häufig vor.

Das kugelförmige Moosnest mit seitlichem Eingang baut er meistens dicht über dem Boden im Gebüsch. Das Männchen baut zunächst mehrere, oft nur halbfertige Nester, von denen das Weibchen dann eines zum Weiterbauen auswählt. Die Brutzeit ist von April bis Juni und meistens gibt es zwei Jahresbruten.

Zaunkönige singen im Vergleich zur gerigen Größe erstaunlich laut schmetternd. Die Gesangstrophen sind relativ lang und kompliziert mit trillernden Teilen. Man sieht den kleinen rundlichen Vogel fast immer mit steil aufgestelltem Schwanz.

Zaunkönige suchen ihre Nahrung oft dicht über dem Boden im Gebüsch und schlüpfen dabei so flink und geschickt, dass man sie mit einer Maus verwechseln kann. Mit schnurrendem und gradlinigem Flug fliegt der kleine Vogel meist in die nächste Deckung.

Die Nahrung besteht in der Hauptsache aus kleinen Insekten und Spinnen.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Der Zaunkönig ist ein sehr lebhafter Vogel. 

 ©  Heinz Mertineit

 

Die Goldammer (Emberiza citrinella)

 

Die Goldammer ist fast zu jeder Jahreszeit singend im Naturschutzgebiet zu hören.

Ihren charakteristischen Gesang trägt sie meist freisitzend auf Buschspitzen oder anderen

erhöhten Warten vor.

Sie liebt abwechselungsreiche, offene Kulturlandschaft wie Waldränder und Hecken. Zur Nahrungsuche sieht man sie häufig auf dem Boden. Ihre Nahrung besteht im Sommer größtenteils aus Insekten und anderen Kleintieren, sonst aus Sämereien und kleinen Pflanzenteilen. Das Nest baut sie aus Gräsern und Halmen gern nahe dem Boden am Rand der Hecken oder an Wegböschungen und Gräben.

Meistens zieht sie von April bis Ende Juli zwei Jahresbruten auf. Sie gehört zu den Teilziehern und ist ab Herbst in kleinen Trupps anzutreffen.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Typisch für die Goldammer ist die leuchtende Gelbfäbung des Männchens.    

 ©  Heinz Mertineit

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet

 Die Blaumeise ist im Naturschutzgebiet sehr häufig anzutreffen.

 ©  Heinz Mertineit

 

 

Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus)

 

Blaumeisen verhalten sich sehr ähnlich wie Kohlmeisen, turnen aber oft sehr geschickt kopfunter hängend an dünnen Zweigen umher.

Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich oft gemischten Meisen Trupps an und suchen dann häufig im Schilf der Amphibienteiche nach Nahrung.

Im Allgemeinen sind Blaumeisen wenig scheu und daher gut zu beobachten. Schon früh im Jahr, etwa Mitte April halten sie Ausschau nach geeigneten Nistplätzen. Gern werden die von den Naturfreunden angebotenen Nistkästen angenommen. Sie liebäugeln aber auch mit ausgefaulten Astlöchern von alten Bäumen. Haben sie eine passende Behausung gefunden legen sie ein wohlig weiches Nest bestehend aus Moos, Federn und Tierhaaren an. Beide Partner basteln daran viele Tage.

Die kleinen Eier sind weißlich mit zarter rostroter Sprenkelung und werden im Abstand von einem Tag gelegt. Es kann dann durchaus schon mal 10 Tage dauern bis das Gelege komplett ist. Die Fütterung der Jungen wird dann vom Elternpaar wieder gemeinsam übernommen. Nach etwa vier bis fünf Wochen ist der Nachwuchs flügge.

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